Frankreich mit dem Auto
Frankreich mit dem Auto
Straßennetz
Frankreichs Autobahnnetz ist dicht und von hoher Qualität, aber anders als in Deutschland sind die Autobahnen fast ausnahmslos mautpflichtig. Das System heißt Péage und funktioniert entfernungsabhängig: Man zieht am Einfahrtstor ein Ticket und zahlt beim Verlassen je nach gefahrener Strecke. Bezahlt wird per Karte, Bargeld oder mit einem Transponder namens Liber-t. Eine Durchquerung von Nord nach Süd, etwa von Calais nach Nizza, gehört zu den kostspieligeren Autobahnfahrten in Europa. Mautfreie Alternativen auf Routes nationales und Departementsstraßen existieren für fast jede Strecke, kosten aber deutlich mehr Zeit. Da sich die Gebühren regelmäßig ändern, lohnt es sich, die aktuellen Tarife vor der Reise zu prüfen. Das Tempolimit auf Autobahnen beträgt 130 km/h bei Trockenheit und sinkt bei Regen auf 110 km/h. Stationäre und mobile Blitzer sind weit verbreitet; Bußgelder werden auch an ausländische Halter per Post zugestellt.
Einige Verkehrsregeln weichen vom deutschen Standard ab. Die Promillegrenze liegt bei 0,05 Prozent. Seit der Loi Montagne gilt in 48 Bergdepartements vom 1. November bis 31. März Winterreifenpflicht, unabhängig vom Zulassungsland. Das gilt für die Alpen, Pyrenäen, das Massif Central, die Vogesen und den Jura. Die Notrufnummer ist 112. Auf vielen älteren Straßen gilt die Rechts-vor-links-Regel auch an nicht ausgeschilderten Kreuzungen, was in Ortschaften oft unerwartet kommt.
Auf Kreisverkehren gilt in Frankreich grundsätzlich Vorfahrt für den bereits eingefahrenen Verkehr. Auf einer kleinen Zahl älterer Kreisverkehre, vor allem in Paris, gilt jedoch noch die umgekehrte Regel: Einfahrende haben Vorfahrt. Diese Ausnahmen sind beschildert, aber wer aus Deutschland gewohnt ist, dass Kreisverkehre immer einheitlich geregelt sind, sollte in Paris besonders aufmerksam fahren.
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